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NMN, NR, Niacin & Co. – welcher NAD+-Booster macht wirklich Sinn? NMN, NR, Niacin & Co. – welcher NAD+-Booster macht wirklich Sinn?

NMN, NR, Niacin & Co. – welcher NAD+-Booster macht wirklich Sinn?

Dieser Beitrag ist der Auftakt einer neuen Reihe der AFEGA Research Group. In dieser Serie legen wir offen, warum wir bestimmte Substanzen in unser Sortiment aufgenommen haben, wie wir Alternativen mit ähnlichen Wirkprofilen einschätzen und in welchen Fällen wir uns ganz bewusst dafür entscheiden, eine Substanz (vorläufig) nicht anzubieten. Ziel ist, dass Sie nachvollziehen können, welche Überlegungen hinter jedem Wirkstoff im AFEGA Anti-Aging-Shop stehen.

Wenn es um Longevity geht, taucht früher oder später der Begriff NAD+ auf. Viele Menschen stoßen dabei zuerst auf NMN, andere auf Nicotinamid-Ribosid (NR), wieder andere auf Infusionen mit NAD+ selbst. Verständlich, dass die Verwirrung groß ist: Welche Substanz ist sinnvoll, welche eher nicht – und warum setzt AFEGA so stark auf NMN?

In diesem Beitrag erläutere ich die heutige Sicht der AFEGA Research Group auf die wichtigsten NAD+-Booster: NMN, NR, Nicotinamid (Nam), Niacin (NA) und NAD+-Infusionen. Dabei geht es ausdrücklich auch darum, wie unser eigenes Angebot – inklusive NAD+-Lyophilisaten – in dieses Bild passt.

1. Warum NAD+ überhaupt interessant ist

NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein zentrales Molekül in unseren Zellen. Es ist an der Energiegewinnung in den Mitochondrien beteiligt, unterstützt DNA-Reparatur und beeinflusst zahlreiche Enzymsysteme, die mit Alterung, Entzündung und Stoffwechsel zu tun haben.1

Mit zunehmendem Alter sinken die NAD+-Spiegel in vielen Geweben. Tierexperimente und erste Humanstudien legen nahe, dass eine Wiederanhebung der NAD+-Verfügbarkeit bestimmte Altersprozesse abmildern kann – zum Beispiel im Bereich Stoffwechsel, Gefäße und möglicherweise Gehirn.1

Genau hier setzen Substanzen wie NMN, NR, Nicotinamid, Niacin und teilweise NAD+-Infusionen an: Sie sollen den NAD+-Stoffwechsel unterstützen – allerdings über unterschiedliche Wege und mit sehr unterschiedlicher Datenlage.

2. NMN – der direkte Vorläufer

NMN (Nicotinamid-Mononukleotid) ist ein unmittelbarer Vorläufer von NAD+ im zellulären Stoffwechsel. Vereinfacht gesagt: Aus NMN wird in einem letzten Schritt NAD+ gebildet.

Viele Menschen, die sich mit den Forschungen von Prof. David Sinclair beschäftigt haben, kennen NMN genau unter diesem Blickwinkel: als „NAD+-Booster“. Die Erhöhung des NMN-Spiegels im Blut ist nicht Selbstzweck – sie dient dazu, den NAD+-Spiegel in Zellen und Geweben zu stützen.

Was wissen wir aus Studien?

  • Orales NMN kann bei Menschen den NAD+-Spiegel im Blut zuverlässig erhöhen.2,3
  • In Interventionsstudien mit älteren Erwachsenen wurden u. a. Verbesserungen von Muskelparametern, Gehgeschwindigkeit und subjektivem Wohlbefinden beobachtet – bei Dosierungen von 250–900 mg pro Tag.2,4
  • In den bisherigen Humanstudien erwies sich NMN in diesen Dosierungen als gut verträglich, ohne relevante Auffälligkeiten in Leberparametern oder anderen Standardlaborwerten.2,4

Die Datenlage ist noch jung, aber im Vergleich zu vielen anderen „Longevity-Substanzen“ bereits überraschend konkret: Es gibt mehrere, teils gut durchgeführte Humanstudien, die sowohl den Anstieg von NAD+ als auch funktionelle Veränderungen zeigen.2–4

Warum wir NAD+ nicht oral, sondern als Vorläufer denken

Wenn es eigentlich um NAD+ geht, liegt eine Frage nahe: Warum nicht einfach NAD+ direkt schlucken?

Die Antwort ist relativ eindeutig:

  • NAD+ wird im Magen-Darm-Trakt schnell zu Vitamin B3 (Nicotinamid) abgebaut, bevor es in nennenswertem Umfang ins Blut gelangt.
  • Selbst sublingual ist die Aufnahme begrenzt, weil das relativ große NAD+-Molekül Schleimhautbarrieren schlecht passiert.

Anders formuliert: Für die systemische Anwendung ist die orale Gabe von NAD+ deutlich weniger effizient als die Gabe von Vorläufern wie NMN oder NR. Deshalb setzt AFEGA im oralen Bereich auf diese Vorläufer – und nicht auf NAD+-Kapseln oder -Tropfen.

Regulatorische Situation von NMN (EU vs. USA)

Für Europa ist ein Punkt wichtig:

  • In der EU gilt NMN als Novel Food und ist bislang noch nicht als Lebensmittel/Zutat zugelassen. Mehrere Anträge auf Zulassung befinden sich in der Prüfung bei der EFSA, eine finale Entscheidung steht aber noch aus.5,6
  • In den USA hat die FDA nach einem längeren Hin und Her Ende 2025 klargestellt, dass NMN als Nahrungsergänzungsmittel zulässig ist, sofern die üblichen Anforderungen (Qualität, Sicherheit, Kennzeichnung) erfüllt sind.7,8

Für Anbieter im EU-Raum bleibt die Situation damit komplex: wissenschaftlich interessant, regulatorisch noch nicht endgültig geklärt. AFEGA adressiert das durch klare Trennung von Forschung und klassischem Nahrungsergänzungs-Sortiment.

3. NR (Nicotinamid-Ribosid) – regulierter „Cousin“ von NMN

NR (Nicotinamid-Ribosid) ist ein weiterer NAD+-Vorläufer. Im Körper wird NR zunächst zu NMN umgebaut und dann – wie NMN selbst – zu NAD+ weiterverarbeitet.

Zu NR gibt es:

  • zahlreiche Tierstudien mit positiven Effekten auf Herz, Stoffwechsel und Nerven,
  • Humanstudien, die bei Dosierungen bis 1 g/Tag deutliche Anstiege der NAD+-Spiegel und eine gute Verträglichkeit zeigen,1,9
  • erste klinische Daten in speziellen Patientengruppen (z. B. seltene genetische Syndrome, neurodegenerative Erkrankungen), in denen NR vor allem auf Sicherheit getestet wird.9,10

Ein entscheidender Unterschied zu NMN ist die regulatorische Seite:

  • NR ist in der EU als Novel Food zugelassen und als Quelle für Niacin in Nahrungsergänzungsmitteln für Erwachsene freigegeben – unter definierten Bedingungen (u. a. Höchstdosis).11,12

In einer aktuellen Studie mit gesunden Probanden zeigte sich: Sowohl NR als auch NMN konnten innerhalb von 14 Tagen die NAD+-Spiegel im Blut deutlich anheben, mit sehr ähnlichem Ausmaß. Nicotinamid (siehe unten) zeigte diesen Effekt in dieser Untersuchung nicht.13

Aus wissenschaftlicher Sicht lässt sich daher sagen: NR und NMN sind beides wirksame NAD+-Booster – die Unterschiede sind kleiner, als viele Marketing-Texte suggerieren.1,13,14

4. Nicotinamid (Nam) – das „unspektakuläre“ Vitamin B3

Nicotinamid (Nam), auch Niacinamid genannt, ist die klassische, nicht flush-verursachende Form von Vitamin B3. Sie wird seit Jahrzehnten in der Dermatologie verwendet und ist z. B. in Studien zur Reduktion von Hautkrebsrezidiven gut dokumentiert.15

Im NAD+-Stoffwechsel ist Nicotinamid ein natürlicher Baustein. Es kann zu NAD+ recycelt werden, wirkt aber gleichzeitig als Hemmstoff bestimmter NAD+-verbrauchender Enzyme, wenn die Konzentration sehr hoch ist.

Wichtig für die Praxis:

  • Übliche Dosierungen von 250–500 mg/Tag gelten als gut verträglich und werden in einigen klinischen Kontexten genutzt.15,16
  • Bei hohen Dauerdosen (z. B. > 1 g/Tag über längere Zeit) gibt es Hinweise auf mögliche Belastungen für Leber und Gefäße, sodass solche Dosierungen eher in die Hände von Studienzentren gehören.16,17
  • In einer direkten Vergleichsstudie mit NR und NMN zeigte Nicotinamid kein anhaltendes Anheben der NAD+-Spiegel im Blut, sondern nur kurzfristige Veränderungen des Metaboloms.13

Für den Alltag im Longevity-Kontext ist Nicotinamid aus Sicht der AFEGA Research Group daher eher ein klassisches Vitamin B3 mit eigenen, interessanten Anwendungen, aber kein bevorzugter Baustein, wenn gezielt ein nachhaltiger NAD+-Boost im Vordergrund steht.

5. Niacin (Nicotinsäure) – stark, aber mit Nebenwirkungen

Niacin (Nicotinsäure) ist ebenfalls eine Vitamin-B3-Form und wurde früher in hohen Dosierungen als Arzneimittel zur Lipidsenkung eingesetzt. Es kann HDL erhöhen und LDL/VLDL senken, zeigte in älteren Studien teils positive Effekte auf kardiovaskuläre Ereignisse, wird aber heute deutlich seltener genutzt.18,19

Der Grund: Niacin hat zwei Gesichter.

  • Es kann den Lipidstoffwechsel deutlich beeinflussen,
  • verursacht aber in therapeutischen Dosen sehr häufig Flushing (Hautrötung, Hitzegefühl, Juckreiz) aufgrund von Prostaglandinfreisetzung,20
  • und ist in hohen Dosierungen eher ein Arzneimittel als eine typische Nahrungsergänzung.

Für den klassischen Anti-Aging-/NAD+-Kontext ist Niacin aus AFEGA-Sicht daher kein erster Kandidat – weder in Bezug auf Alltagstauglichkeit noch auf Nebenwirkungsprofil.

6. NAD+-Infusionen und Lyophilisate – Sonderfall im AFEGA-Portfolio

Nach allem Gesagten stellt sich eine logische Frage: Wenn orale NAD+-Präparate wenig sinnvoll sind – warum bietet AFEGA dann überhaupt NAD+-Produkte an?

Die kurze Antwort lautet:

  • Für die direkte Applikation von NAD+ ist die Infusion der einzige Weg, der pharmakologisch wirklich Sinn ergibt.
  • Es gibt eine erhebliche Nachfrage – insbesondere von professionellen Anwendern wie Ärztinnen, Ärzten und Heilpraktikern, aber auch von gut informierten Selbstanwendern.
  • Wir möchten, dass Menschen, die sich bewusst für NAD+-Infusionen entscheiden, auf qualitativ nachvollziehbare Produkte zurückgreifen können – anstatt zufällige Quellen mit unklarer Herkunft zu nutzen.

Warum NAD+-Infusionen so teuer sind

Die eigentliche Substanz NAD+ ist nicht der Hauptkostentreiber. Teuer wird es dort, wo ein sehr hohes Maß an Sicherheit und Dokumentation vorgeschrieben ist:

  • Wenn eine Apotheke Infusionslösungen herstellt, gelten strenge Vorgaben: jede Charge muss vom Ausgangsstoff bis zur fertigen Infusion vollständig dokumentiert werden.
  • Herstellung, Abfüllung und Prüfung müssen nach einschlägigen GMP-Richtlinien (Good Manufacturing Practice) erfolgen.
  • Diese Prozesse sind personal- und zeitaufwendig – die Kosten spiegeln vor allem dieses Sicherheitsniveau wider, nicht eine „magisch bessere Substanz“.

Das Ergebnis: Hochwertige NAD+-Infusionen aus zertifizierten Quellen sind für viele Menschen finanziell nur schwer zugänglich.

Die Rolle von NAD+-Lyophilisaten

Ein Baustein unseres Angebots sind NAD+-Lyophilisate (Gefriertrocknungspräparate). Bei der Lyophilisierung wird eine Lösung tiefgefroren und das Eis anschließend unter Vakuum direkt in die Gasphase überführt. Dadurch entstehen:

  • haltbare, hochkonzentrierte Pulver mit sehr geringem Wassergehalt,
  • eine deutlich erhöhte Stabilität gegenüber Abbauprozessen,
  • eine gute Ausgangsbasis für die spätere Herstellung von Infusionslösungen.

Mitglieder der AFEGA Research Group nutzen solche Lyophilisate seit Jahren im Rahmen eigener Forschungsprojekte. Für viele Fachanwender:innen sind sie eine attraktive Alternative zu fertig konfektionierten Infusionen, weil sie Lagerung und Transport vereinfachen.

Warum wir NAD+-Infusionen trotzdem nur als Nischenbaustein sehen

Trotz aller technischen Faszination bleiben für uns zwei Punkte zentral:

  • Die Datenlage für breit angelegte Anti-Aging-Anwendungen von NAD+-Infusionen ist deutlich dünner als der Enthusiasmus in manchen Werbetexten.
  • Infusionen sind immer ein invasiver Eingriff und gehören in fachkundige Hände – idealerweise mit medizinischer Erfahrung und klarer Verantwortung gegenüber den Patientinnen und Patienten.

Deshalb ist unsere Position heute:

  • NAD+-Infusionen und -Lyophilisate sind ein Spezialangebot für bestimmte Anwendergruppen, die sich bewusst für diesen Weg entscheiden und die entsprechenden Risiken und Kosten abwägen.
  • Für den Alltag der meisten Menschen, die ihren NAD+-Stoffwechsel unterstützen möchten, sehen wir als das praktikablere und besser begründbare Instrument.

Damit sind NAD+-Produkte bei AFEGA ein bisschen wie Marken-NMN neben AFEGA-NMN: Wir sind nicht überzeugt, dass sie für alle die beste oder einzige Option sind – aber wir möchten, dass diejenigen, die sich ausdrücklich dafür entscheiden, eine seriöse und nachvollziehbare Bezugsquelle haben.

7. Wie ordnet AFEGA das alles ein?

Wenn man Mechanismus, Datenlage, Sicherheit, Alltagstauglichkeit und Regulierung zusammennimmt, ergibt sich aus Sicht der AFEGA Research Group heute folgendes Bild:

  • NMN ist ein sehr attraktiver NAD+-Booster mit guter Human-Datenlage und überzeugender Biologie. Die regulatorische Lage in der EU ist noch im Fluss, international entwickelt sich NMN klar in Richtung etablierter Nahrungsergänzung.
  • NR ist wissenschaftlich vergleichbar interessant, in der EU bereits als Novel Food autorisiert und damit für klassische Nahrungsergänzungsmittel im EU-Binnenmarkt aktuell die sauberste regulierte Option.
  • Nicotinamid bleibt ein wichtiges Vitamin B3 mit spezifischen Anwendungsfeldern (z. B. Dermatologie), aber ist aus unserer Sicht kein bevorzugtes Werkzeug, wenn gezielt ein nachhaltiger NAD+-Boost im Vordergrund steht.
  • Niacin ist ein pharmakologischer Spezialfall mit flush-bedingten Nebenwirkungen und gehört eher in lipidologische Therapiekonzepte als in den Alltag einer Longevity-Routine.
  • NAD+-Infusionen und Lyophilisate sind ein Nischenbaustein für spezifische Anwendergruppen. Sie gehören nicht zu unseren generellen Empfehlungen für den Einstieg in NAD+-Strategien, sind aber für ausgewählte Situationen und Personen eine Option.

8. Was bedeutet das konkret für den AFEGA-Shop?

AFEGA ist nicht neutral: Wir haben uns bewusst entschieden, NAD+-Booster nicht nach Marketinglaune, sondern nach einem klaren Raster auszuwählen.

Das bedeutet:

  1. NMN bleibt ein zentraler Forschungs- und Praxisbaustein innerhalb der AFEGA Research Group, weil Mechanismus und erste Human-Daten gut zusammenpassen.
  2. NR ist für klassische EU-konforme Nahrungsergänzungsmittel ein wichtiger Baustein, insbesondere dort, wo eine eindeutige regulatorische Basis entscheidend ist.
  3. Andere Formen von Vitamin B3 (Nicotinamid, Niacin) sehen wir im Longevity-Kontext eher als ergänzende Spezialisten – nicht als primäre NAD+-Strategie.
  4. NAD+-Lyophilisate und Infusionen sind bewusst als Spezialangebot platziert: interessant für bestimmte, gut informierte Anwendergruppen, aber kein Standard-Baustein für jede Longevity-Routine.

Dieser Wirkstoff-Check ist kein Endpunkt, sondern ein Zwischenstand. Neue Studien können Bewertungen verschieben – und wir werden unsere Position entsprechend aktualisieren. Entscheidend ist aus unserer Sicht nicht, „die eine perfekte Substanz“ zu finden, sondern transparent zu machen, warum wir bestimmte Bausteine heute einsetzen – und andere eben nicht.


Peter Niehenke
für die AFEGA Research Group

Hinweis: Dieser Beitrag dient der wissenschaftlichen Einordnung von NAD+-bezogenen Substanzen und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn Sie Medikamente einnehmen oder chronische Erkrankungen haben, besprechen Sie die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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